Was ist eine Computertomographie?
Wie funktioniert eine CT?
Bei einer Computertomographie dreht sich eine ringförmige Röntgenröhre um den liegenden Patienten. Dieser Scanner ist bei modernen Geräten nur noch einen halben bis maximal einen Meter breit, sodass sich Patienten während der Untersuchung grösstenteils ausserhalb des CT-Geräts befinden. Dadurch ist eine Computertomographie auch für Menschen mit Klaustrophobie (umgangssprachlich auch Platzangst) gut auszuhalten.
Während der Scanner um den Patienten auf der Liege rotiert, entstehen mehrere Röntgenbilder aus unterschiedlichen Perspektiven. Zusammengesetzt ergibt sich so ein hochauflösendes 2D- oder 3D-Schnittbild durch den Körper. Überlagerungen durch umliegendes Gewebe, so wie es beim gewöhnlichen Röntgen passieren kann, kommen nicht vor. Dadurch sind CT-Aufnahmen detaillierter und der Arzt kann die Strukturen besser abgrenzen. Um aneinander angrenzendes Gewebe noch besser voneinander zu unterscheiden, kann zusätzlich ein Kontrastmittel zum Einsatz kommen. Dieses kann entweder über die Venen injiziert werden, gelegentlich muss man Kontrastmittel auch trinken und in wenigen Fällen kann es auch rektal verabreicht werden.
Da die Strahlenbelastung durch Röntgenstrahlen bei einem CT-Scan deutlich höher ist als bei einem einzelnen Röntgenbild, muss eine Untersuchung in der Röntgenröhre medizinisch immer gut begründet sein.
Was kann bei einer CT untersucht werden?
Die Untersuchung per CT spielt heute eine elementare Rolle in der Diagnostik und wird vielfältig eingesetzt.
- Schädel-CT, z.B. bei chronischen Stirnhöhlen- und Nasennebenhöhlen-Entzündungen, Tumoren, Gefässfehlbildungen, Hirnblutungen und Schlaganfällen.
- Thorax-CT, z.B. für Herz, Lunge, Aorta und Hohlvene
- Abdomen-CT, z.B. bei starken Bauchschmerzen zur Untersuchung von Magen, Darm, Leber, Milz, Nieren, Bauchspeicheldrüse
- CT-Angiographie, zur Untersuchung der Blutgefässe bei Gefässerkrankungen, z.B. Lungenemoblie oder Gefässverschluss
- Ganzkörper-CT, z.B. im Notfall, um lebensgefährliche Verletzungen und Blutungen schnell zu erkennen oder bei Tumorerkrankungen wie beim Multiplem Myelom
Wann wird eine CT durchgeführt?
Oft folgt eine CT auf eine Röntgenaufnahme, wenn diese nicht eindeutig genug ist oder aufgrund einer komplexen Verletzung eine detailliertere Aufnahme notwendig ist. Mit einer CT-Aufnahme kann sich der behandelnde Arzt den jeweiligen Bereich aus mehreren Blickwinkeln, sowohl in 2D als auch in 3D, ansehen.
Dadurch kann er besser verstehen, was auf dem Röntgenbild zu sehen ist und eine klare Beurteilung der Bilder treffen, beispielsweise wenn eine komplizierte Fraktur oder eine ungewöhnliche Verschatten vorliegt. Eine wichtige Rolle nimmt die CT daher auch in der Onkologie ein, wenn es um die Diagnostik von Tumoren, Metastasen und anderen Wucherungen geht.
Eine Besonderheit der Computertomographie ist zudem ihr Einsatz in der Notfallmedizin, um beispielsweise nach einem Unfall eine schnelle und zuverlässige Aufnahme des gesamten Körpers zu erhalten. So können lebensgefährliche Verletzungen wie innere Blutungen sofort erkannt werden.
Fragen zur Computertomographie im MRI Bern
Welche CT-Untersuchungen werden durchgeführt?
Im MRI Bern bieten wir alle gängigen CT-Untersuchungen an, inklusive Notfalluntersuchungen, sofern der Allgemeinzustand des Patienten dies zulässt.
Wie schnell bekommen Patienten einen Termin in der Radiologie des MRI Bern?
In der Regel bekommen unsere Patienten einen CT Termin noch am selben Tag, spätestens in derselben Woche.
Was müssen Patienten zum Termin mitbringen?
Es ist die Krankenkassenkarte sowie das Überweisungsschreiben (Anmeldung) vom überweisenden/behandelnden Arzt notwendig.




Tag der Untersuchung
Je nachdem, welcher Körperteil geröntgt werden soll, legen Patienten kurz vor der Untersuchung im Röntgenraum ihre Kleidung bis auf die Unterwäsche ab. Ein komplettes Entkleiden ist nicht notwendig. Zudem sollten Schmuck sowie metallene Gegenstände (Gürtelschnallen, BHs mit Metallbügeln) abgenommen werden, um die Aufnahme nicht zu verfälschen.
Für die Röntgenaufnahme liegt der Patient/die Patientin dann entweder auf einem Tisch oder steht an der Wand. Die medizinisch-technische Radiologiefachperson positioniert den Patienten und verlässt für die Aufnahme kurz den Raum.
Insgesamt dauert eine Röntgenuntersuchung zwischen fünf und zehn Minuten.
Die Röntgenröhre ist ein etwa 50 bis maximal 100 Zentimeter breiter Ring, sodass sich Patienten nie vollständig innerhalb einer Röhre befinden. Dadurch ist die Untersuchung auch für Menschen mit Klaustrophobie (umgangsspr. Platzangst) in der Regel problemlos auszuhalten.
Auch das laute, klopfende Geräusch, das man möglicherweise bereits von MRI-Untersuchungen kennt, gibt es hier nicht.
Es sind im Normalfall keine speziellen Vorbereitungen für eine Computertomographie nötig. Selbst wenn in bestimmten Fällen ein Kontrastmittel für die Untersuchung nötig ist, brauchen Sie sich zu Hause nicht explizit darauf vorbereiten.
Mit Kontrastmitteln lassen sich Gewebestrukturen und Organe leichter voneinander unterscheiden.
Sofern ein Kontrastmittel zum Einsatz kommt, erhält es der Patient/die Patientin kurz vor der Untersuchung über einen Venenzugang. Beim Spritzen des Kontrastmittels in die Venen kann sich dabei ein „warmes Gefühl“ einstellen und viele Patienten berichten von einem Harndrang-Gefühl. Die Befürchtung, sich einzunässen, ist jedoch unbegründet.
In seltenen Fällen kann Patienten übel werden, auch Erbrechen kann vorkommen. Dann liegt meist eine Unverträglichkeit vor, die zwar unangenehm, aber nicht gefährlich ist und nach ein paar Stunden von selbst verschwindet. Ist eine Kontrastmittel-Allergie (oder Jodallergie) bekannt, darf kein Kontrastmittel verwendet werden. Auch dann, wenn eine Unverträglichkeit des Kontrastmittels bekannt ist, sollte darauf verzichtet werden.
Strahlenbelastung und Gesundheit
Ein CT-Scan bringt eine deutliche höhere Belastung durch Röntgenstrahlung für den Körper mit sich als ein einzelnes Röntgenbild. Daher wird eine CT auch nur dann durchgeführt, wenn eine medizinische Indikation vorliegt und Nutzen und Risiko vom Radiologen sorgsam abgewägt wurden. Falls eine CT Untersuchung nicht zuverlässig alle Fragen beantworten würde, kann der Radiologen die Untersuchung in eine MRI-Untersuchung umwandeln, um unnötige Röntgenstrahlen zu vermeiden.
Trotzdem ist wichtig, dass Patienten keine Angst vor einer Computertomographie aufgrund der Strahlung haben. Eine einmalige CT-Untersuchung stellt keine nennenswerte Gefahr dar und ist in vielen Fällen, insbesondere in der Onkologie, das Mittel der Wahl für eine exakte Untersuchung und eindeutige Diagnose.
Damit auch Sie als Patient die Strahlendosis bei einem CT-Scan oder einfachen Röntgen besser einschätzen können, hat das österreichische Institut Rachinger einen Vergleich typischer Untersuchungen und natürlicher Strahlenbelastung erstellt.
Durchschnittliche Dosiswerte in mSv (Millisievert) durch Röntgenstrahlung bei einem Patienten mit 75 kg:
| Symptome | Behandlung | |
|---|---|---|
| Unverträglichkeit | Übelkeit, Erbrechen | Keine notwendig, im Anschluss viel trinken |
| Allergie | Erbrechen, Jucken, Hautausschlag wie Pusteln | Cortison |
Schwangerschaft und Computertomographie
Aufgrund der Strahlenbelastung werden keine CT-Scans bei schwangeren Frauen durchgeführt. Eine Ausnahme bilden lebensbedrohliche Situationen, in denen es um Leben und Tod geht und jede Sekunde zählt oder wenn abhängig vom Resultat in der Schwangerschaft operiert werden muss oder nicht (z.B. bei einer komplexen Fraktur des Sprunggelenks). Denn eine Computertomographie ist eine sehr schnelle Möglichkeit, schwere Verletzungen zu identifizieren. Eine MRI dauert im dringenden Notfall zu lang.
Wie belastend ist eine Computertomografie wirklich?
| Röntgen | Hände/Füsse | 0,01 – 0,1 mSv |
| Brustkorb | 0,05 – 0,1 mSv | |
| Lendenwirbelsäule | 0,8 – 1,8 mSv | |
| CT | Kopf | 2 – 4 mSv |
| Brustkorb | 6 – 10 mSv | |
| Bauch | 10 – 20 mSv | |
| Kosmische Strahlung | Transatlantik-Flug nach San Francisco und zurück | ca. 0,1 mSv |
(Quelle: Institut Rachinger, AT)